Reisebericht Tansania – Selbstfahrer-Safari durch die Serengeti

Safari, ein Roadtrip mit Tierbeobachtung in der Wildnis, irgendwo in Afrika, unterwegs auf vier Rädern. Eine Reise die irgendwie noch fehlte, ein Abenteuer das komplett anders ist als die Reisen, die ich bisher gemacht hatte. Der Süden Afrikas, also alles unterhalb der Sahara, war für mich quasi ein weißer Fleck auf der Landkarte. Natürlich hat man von den Ländern dort schon gehört, aber welches wäre interessant für die erste Reise? Warum eine Safari in dem einen Land und nicht in dem Nachbarland? Keine Ahnung! Noch nie hatte ich so wenige Kenntnisse über ein Reiseziel und musste mich so sehr einlesen wie für dieses Vorhaben. Bei so vielen Unbekannten ist dann nichts naheliegender, als die ganze Reise selbst planen und durchführen zu wollen ;-).

Gemeinsam mit Julia – die natürlich mitkommen sollte – wurde recherchiert und abgewägt. Irgendwann waren mit Südafrika, Namibia und Tansania noch drei Länder für uns im Rennen. Namibia wirkte wie eine sichere Bank, hatte irgendwas von Australien, aber vergleichsweise wenig Tierwelt… klang zu einfach, nicht zielführend. Südafrika schien sehr abwechslungsreich und mit vielen Möglichkeiten, daher aber auch wahnsinnig viele Möglichkeiten und zu große Distanzen. Für Tansania hingegen sprachen die eher kurzen Fahrstrecken, die umfassende Tierwelt und auch der Reiz, wieder einmal die Komfortzone zu verlassen. Tansania zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, und genauso sind die Gesundheitsversorgung und Infrastruktur einzuschätzen. Durch unsere Bolivienreise ist uns das nicht neu, aber im Gegensatz zu Südamerika wollten wir diesmal komplett unabhängig sein.

Planung

Es gab also viele Gründe, alles gewissenhaft zu planen, entsprechend zeitaufwendig wurde die Recherche in Internet und Reiseführern. Selten war die Planung einer Reise so kompliziert und dank weniger und sich widersprechender Informationen mühsam. Am einfachsten war es noch Start- und Endpunkt sowie eine grobe Route durch die Serengeti und einige andere Nationalparks festzulegen. Schwieriger wurde es dann bei der Suche nach einem passenden Anbieter für Gelände- bzw. Safari-Fahrzeuge. Websites befinden sich auf technischem (und informellen?) Stand der frühen 2000er, Kontaktmöglichkeiten ohne Rückmeldung, schwere Vergleichbarkeit von Angeboten und immense Unterschiede im Preisgefüge. Unseren Anbieter wählten wir schließlich unter anderem wegen mehrerer Empfehlungen in einem Afrika-Diskussionsforum.

Doch auch als wir mit diesem dann per E-Mail direkt in Kontakt standen, ging es nur häppchenweise voran in der Planung. Dutzende Nachrichten über die Route, die Nationalparks, Vor- und Nachteile zum Zeitplan gingen hin und her. Es standen Impfungen und Medikamenten-Beschaffung auf dem Programm, Besorgungen von Verpflegung, Ausrüstung und weitere umfassende Recherchen. Am Ende stand unser Plan: 10 Tage Safari durch die nördlichen Nationalparks Serengeti, Tarangire und Lake Manyara sowie das Ngorongoro Schutzgebiet. Anschließend sollte es zur Erholung noch ein paar Tage an die weißen Strände Sansibars gehen. Das Abenteuer konnte beginnen!

Tag des Abflugs

Es ging von Nürnberg zum Kilimanjaro Airport, wo man uns nach der Einreise an einem Gepäck-Scanner erstmal rauszog. Unser Vorrat an Konservendosen und Nahrungsmitteln hat die Aufmerksamkeit des Sicherheits-Personals geweckt und es entwickelte sich eine langen Diskussion. Wir bräuchten hierfür ein Permit was wir nicht haben, müssten Einfuhrsteuer zahlen, man wollte unseren Reiseleiter sprechen, bla blubb. Vielen anderen ging es ähnlich: Eine Nonne schleppte eine ganze Reisetasche mit Damenbinden und ein Amerikaner dutzende Fußbälle mit ins Land: Unzählige Reisetaschen standen geöffnet rum und wurden wenig tief-gehend inspiziert. Eine wichtige Afrika-Lektion hatte ich schon im Vorfeld gelernt: Niemals die erste Aussage als gesetzt sehen.

Nach ewiger Diskussion mit diversen Herumstehenden – jedoch jeder hochoffiziell mit wichtigem Ausweis – hatte sich das Permit schon erledigt, um die Einfuhrsteuer kamen wir allerdings nicht herum. Einen Kassenzettel des Einkaufs hatte ich nicht dabei, den Wert der Ware schätzte ich daher mal zurückhaltend auf 40 Euro, der tatsächliche Preis lag weit höher.

In einem Büro um die Ecke wurde alles digital erfasst und die „Finanzsoftware“ spuckte als Ergebnis einen Betrag von ca 50.100 TSH (ca. 20€) aus, den wir in Landeswährung nachzahlen mussten. Da ich nur US-Dollar dabei hatte, wurde ich zum Wechselbüro im Ausgangsbereich geschickt.

Ein 1A Wechselbüro

Mit der Erwartungshaltung, dort den dafür nötigen Betrag in US-Dollar zu erfahren, gab ich der Dame einen Zettel mit den 50.100 TSH. Weit gefehlt. Da sie die rund $50 in meiner Hand gesehen hatte, schlug sie vor, ich gebe ihr diese Dollar-Scheine und bekomme dafür die benötigten 50.100 TSH ¯\_(ツ)_/¯ Na klar, ein spitzenmäßiger Kurs. Ich berechnete mir selbst wieviel Dollar ich wechseln muss und tauschte genau diesen Betrag. Zurück im Büro, zahlte ich und bekam die Quittung, die ich verlangte, es schien soweit seine Richtigkeit zu haben. Beim Rausgehen aus dem Büro kam mir aus der Wechselstube noch der vorhin erwähnte Amerikaner entgegen, der ebenfalls seine Einfuhrsteuer zahlen wollte. Er hatte passgenau den Betrag wechseln lassen und kommentierte seinen Wechselkurs mit einem „I guess I payed too much for this…“ – er hatte recht. This is Africa.

Tansania Selbstfahrer-Safari – Serengeti

/
Die Fahrt zur Ngorongoro Conservation Area, kurz NCA, zog sich wahnsinnig. In regelmäßigen Abständen kamen wir an Polizeikontrollen, bei denen wir glücklicherweise immer durchgewunken wurden. Wir passierten das Gate in die NCA und legten einige hundert Höhenmeter zurück, um den hoch gelegenen Kraterrand zu erreichen.

Tansania Selbstfahrer-Safari – Ngorongoro

/
Die Fahrt zur Ngorongoro Conservation Area, kurz NCA, zog sich wahnsinnig. In regelmäßigen Abständen kamen wir an Polizeikontrollen, bei denen wir glücklicherweise immer durchgewunken wurden. Wir passierten das Gate in die NCA und legten einige hundert Höhenmeter zurück, um den hoch gelegenen Kraterrand zu erreichen.

Tansania Selbstfahrer-Safari – Lake Manyara Nationalpark

/
Nachdem wir doch noch erfolgreich in Tansania eingereist sind, verbrachten wir die erste Nacht im Hotel. Am nächsten Morgen ging es früh raus und ab zum Vermieter für unser Safari-Fahrzeug. Wir wollten nicht viel Zeit verlieren, sondern hatten vor, an diesem Tag noch stressfrei bis zum Lake Manyara National Park fahren.

Hinweis

Dieser Reisebericht ist noch in Bearbeitung und wird Beitrag für Beitrag ergänzt.

5 Kommentare
  1. Samira
    Samira sagte:

    Hallo 

    Mein Freund und ich planen auch im September nach Tansania zu reisen und selbst mit dem Mietwagen von Park zu Park zu fahren und danach noch ein paar Tage auf Sansibar zu verbringen – also eigentlich genau eure Route.
    Wir haben ehrlich gesagt auch mehr Lust auf eine Selbstfahrer-Safari, als auf eine geführte, da man doch einfach unabhängiger ist. Nun lese ich auf eurem Blog, dass ihr ja doch ein paar Schwierigkeiten hattet. Auf anderen Blogs stand auch öfter, dass Selbstfahren in Tansania nicht so üblich ist wie in Südafrika (dort waren wir bereits) und die Straßenverhältnisse schrecklich wären. Würdet ihr Rückblickend die Selbstfahrer Tour empfehlen? Ihr habt doch auch ohne Guide viele Tiere sehen können oder? Oder war das manchmal frustrierend? Es ist doch sicherlich auch möglich selbst zu fahren und trotzdem mal bei einer geführten Safari teilzunehmen oder? Ich bin mir total unsicher, da das wirklich eine andere Art Urlaub ist, als die, die wir bisher hatten. Ich kann mir das Ganze nicht so richtig vorstellen und brauche noch ein bisschen Zuspruch um das durchzuziehen 
    Wäre super, wenn ihr euch bei mir melden würdet.

    Liebe Grüße
    Samira

  2. Clemens
    Clemens sagte:

    Hey Samira,
    erstmal schön dass du deinen Weg hier her gefunden hast :)
    Ja Selbstfahrsafari ist in Tansania nicht sehr üblich, wir haben in allen Parks zusammen höchstens 10 Selbstfahrer gesehen (nicht Hochsaison). Ja die Straßenverhältnisse sind hier und da ziemlich schlecht, aber nichts wo ich im Nachhinein sagen würde das wäre ein Hindernis. Mit dem richtigen Fahrzeug und ein bisschen Erfahrung ist das kein Problem, man muss halt aufmerksam fahren.
    Rückblickend würde ich die Tour auf jeden Fall empfehlen, meine Freundin wohl eher nicht. Wichtig ist es, einen guten Vermieter mit gut gewarteten Fahrzeugen zu nehmen, auch wenn es dadurch nochmal teurer wird. Bei unserem war das offensichtlich nicht der Fall, trotz Empfehlungen im Internet. Eine bessere Alternative kann ich aber nicht nennen. Außerdem sollte man flexibel sein, denn es läuft häufig nicht alles nach Plan. Wenn ihr mal eine Panne habt oder so, drauf einstellen dass ihr mal eine Nacht im Fahrzeug verbringt. Auch einen Reifen sollte man schon selbstständig wechseln können (natürlich nur in übersichtlichen Gebieten). Die Menschen in Tansania sind sehr hilfsbereit, wenn ihr Probleme habt und jemand (am besten Safarifahrzeuge) ist in der Nähe, macht auf euch aufmerksam. Die kennen auch die Fahrzeuge (LR Defender und Land Cruiser) sehr gut.
    Tiere haben wir meiner Meinung nach viele gesehen und auch gefunden. Mit Guide und Funk wären es aber mit Sicherheit noch mehr gewesen. Im Zweifel daran orientieren wo die anderen Fahrzeuge hinfahren oder dort hin wo bereits ein paar rumstehen ;) Frustrierend war es selten bis garnicht. Ja, viele Unterkünfte bieten geführte Touren an, am besten vorher erkundigen. Nicht auszuschließen, dass euch der Manager eurer Lodge auf freundliche Nachfrage einfach seinen Azubi ins Fahrzeug setzt mit dem ihr dann 2 Stunden auf Pirsch geht.
    Deine Unsicherheit kenne ich, für uns war es auch sehr neu und die erste Safari. Wart ihr als Selbstfahrer in Südafrika?

    VG Clemens

  3. Samira
    Samira sagte:

    Hallo Clemens,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort :) Das hört sich alles wirklich gut an. Wieso würde es deine Freundin nicht nochmal machen? Weil ihr so viele Schwierigkeiten hattet? Das heißt, den Autoanbieter, den ihr genutzt habt, würdest du eher nicht empfehlen oder?
    Wir waren in Südafrika auch mit dem Mietwagen unterwegs – allerdings die Garden Route (also eine sehr einfache Strecke – das hat nichts mit schlechten Straßenverhältnissen zu tun). Wir sind am Ende jedoch am Addo Elephant Park angekommen und da mit dem Auto durch gefahren. Das ist natürlich im Vergleich zu Tansania lächerlich klein, aber es hat uns so Spaß gemacht selbst mit dem Auto durch den Park zu fahren und die Tiere aufzuspüren. In einem private Game Drive Resort bei Kapstadt haben wir eine geführte Safari gemacht und uns hat das Selbstfahren einfach mehr Spaß gemacht. Im Addo Elephant Park war die Straße auch nicht geteert und ziemlich holprig. Ich denke jedoch, dass es in Tansania schon nochmal eine Hausnummer krasser ist. Also wie gesagt, gar kein Vergleich, aber dieses Selbstfahren durch den Park war einfach toll.
    Ich denke, wir machen das jetzt einfach mal. Wird schon schiefgehen :) Waren denn nur die Straßen IN den Parks katastrophal oder auch die Straßen zwischen den Parks, also außerhalb der Parks?

    Lieben Gruß
    Samira

  4. Clemens
    Clemens sagte:

    Hi Samira,

    sie würde es nicht empfehlen, weil zu viele Sachen unvorhergesehen passieren können und wegen der Unberechenbarkeit. Wenn das Auto zuverlässiger gewesen wäre, würde sie die Reise sicher auch als Selbstfahrer empfehlen. Sie hat es nicht gerne wenn was nicht nach Plan läuft. Richtig, den Vermieter bei dem wir waren, kann ich nicht empfehlen.
    Aber mal andersrum gedacht: wir hatten unser größtes Problem mit dem Fahrzeug genau da, wo wohl am wenigsten Leute vorbei kommen und völlig ab vom Schuss. Das machte das ganze so kacke, weil dort nicht nur niemand war, sondern wir auch noch keinen Handy-Empfang hatten.
    Im Kern der Serengeti, im Lake Manyara oder im Tongariro NP hätte uns das weit weniger Sorgen gemacht. Die Gegend ist überschaubar und dort trifft man ziemlich regelmäßig andere Fahrzeuge. Wir hatten allerdings ein paar längere Teilstrecken abseits der Hauptrouten und Abstecher zu Special Campsites, die ziemlich abgelegen waren.
    Ich kann das verstehen, dass Selbstfahren mehr Spaß macht, war bei uns nämlich genau so. Ich mag diese Abhängigkeit und das Bittstellen nicht, auch wenn letztendlich die Guides das einbeziehen worauf man Lust hat. Andererseitas ist das selbst Fahren auch wahnsinnig anstrengend, weil man tagelang selbst permanent die Umgebung nach Tieren abscannt ;)
    Die öffentlichen Straßen sind soweit eigentlich okay, in den Parks (Serengeti B144 vor allem) kann es schon mal holprig und sehr geländelastig werden.
    Auf jeden Fall wird das eine spannende Reise bzw. ein kleines Abenteuer! Bist du bei IG oder so? Bin gespannt was draus wird.

    LG Clemens

  5. Samira
    Samira sagte:

    Hi Clemens,

    vielen Dank! Instagram habe ich: alohaasamy

    Würde mich freuen, wenn du mir folgst, dann können wir auch darüber in Kontakt bleiben.

    Liebe Grüße
    Samira

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.