Tansania Selbstfahrer-Safari – Serengeti

Auf den Weg in die Serengeti verbrachten wir also die zweite, diesmal ungeplante Nacht im Simba A Campsite. Ab sofort hieß es, im Bodenzelt zu übernachten, denn unser neues Fahrzeug hatte kein Dachzelt mehr dabei. Mit der Dunkelheit kamen unzählige Zebras ins Camp, die zwischen den Zelten das Grasen anfingen. Das war so lange cool, bis sie anfingen sich gegenseitig zu beißen, miteinander zu kämpfen und sich über die Wiese zu jagen. In der Dunkelheit konnten wir also nur drauf hoffen, dass nicht ein Zebra die Orientierung verliert und durch unser Zelt rennt. In solchen Situationen bietet es sich an, einfach schnell einzuschlafen.

Da wir keine Piste mehr finden konnten, ging es ab dann querfeldein, zwischen Büschen und Bäumen, durch ausgetrockneten Flussbetten und hier und da vorbei an einem Massai Dorf. Ständig die Augen offen, um nicht plötzlich hinter dem nächst größeren Busch einen Elefantenbullen zu überraschen, deren Spuren wir immer wieder kreuzten.

Nach einer halben Stunde wegeloser Fahrt, fanden wir wieder Fahrspuren und erreichten eine Ranger-Station am Lake Ndutu. Da wir an dieser Stelle die NCA verlassen und die Serengeti befahren wollten, mussten wir noch die jeweiligen Ranger aufsuchen und den Papierkram für jeden der Parks erledigen. Wäre ja zu einfach wenn man das alles an einem Ort machen könnte. Über unsere geplante Route war man immer wieder erstaunt. Es ist eher ungewöhnlich, dass jemand an diesen Gates abseits des Main-Gates die Parkgrenze passieren möchte. Andererseits führte das immer wieder zu interessanten Smalltalk mit den Einheimischen, auch wenn die sprachliche Barriere z.T. recht hoch war.

Die Serengeti-Plains

Die NCA ließen wir hinter uns, um uns kurz darauf in den großen Weiten der Serengeti-Plains wiederzufinden. Eine endlose Ebene, kaum ein Baum, keine Berge oder Flüsse, einfach nur trockene Graslandschaft. Wir folgten der einzigen vorhandenen Piste und sahen an dieser Strecke nur vereinzelt ein paar Strauße oder Vögel rumstehen.

Nach zwei Stunden Fahrt kündigte sich mit einem Biss in meinen Oberarm eine Horde Tse-Tse-Fliegen an. Wir schlossen sämtliche Fenster und Belüftungsschlitze, um der Lage im Auto wieder Herr zu werden. Wir klatschten alle blinden Passagiere tot während sich draußen hunderte am Auto versammelten. Diese begleiteten uns von nun an für etliche Kilometer, in denen wir keinerlei frischen Luftstoß reinlassen konnten und somit schön in der Mittagshitze im Auto von uns hin brüteten.

Nach und nach erreichten wir das Zentrum der Serengeti. Die Bewaldung nahm wieder zu und wir sichteten immer mehr Tiere.

Wir hielten an einem Stand, wo zwei gerupfte Hähne in der Auslage hingen, um uns beim Verkäufer nach dem Weg zu erkundigen. Wir kamen dadurch eine Querstraße weiter, landeten aber doch wieder in einer Sackgasse. Hier war es noch dunkler, ohne Verkaufsstände und trotzdem hockten hier überall Leute auf der Gasse. Unweigerlich erregten wir mit unserer Orientierungslosigkeit Aufsehen.

Ein junger Mann kam zu mir ans Fenster und wollte wissen, ob wir etwas bestimmtes suchen. Auf die Frage hin wo die Grundschule ist, zeigte er weiter ins Dunkle der Nacht und bot uns an „einzusteigen und uns dort hin zu bringen”… nein danke! Doch er schlug vor, vorauszugehen und wir könnten ihm folgen! Gesagt getan, er machte sich auf den Weg und wir im in Schritt-Tempo hinterher. Nach ein paar hundert Metern Fahrt durch den Busch kamen wir tatsächlich an der Schule raus. „Ob wir jetzt den Schuldirektor sprechen wollen?” fragte er. Danke, aber nein, es ist schon spät. Wir verabschiedeten uns, gaben ein Trinkgeld und trafen dort kurze Zeit später den Lodge-Manager, der uns zu unserer Unterkunft brachte. Den Ausklang unseres ersten Serengeti-Tags hätten wir uns gerne etwas weniger Aufregend gewünscht, aber letztendlich war dann doch alles in Ordnung.

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