Teil 9 – Farewell Spit

Schweren Herzens, aber unter Termindruck, verräumen wir unsere Bettwäsche unter der Rückbank und schnallen alles fest was runter- oder umfallen könnte. Gerne würden wir hier am Wharariki Beach noch ein paar Tage bleiben, aber unsere für den nächsten Tag geplante Kajaktour zwingt uns zur Abreise.

Natürlich können wir nicht aus dieser Ecke des Landes verschwinden, ohne vorher noch am Farewell Spit gewesen zu sein. Nach kurzer Fahrt finden wir dort einen Parkplatz und ein paar Wegeschilder, mit deren Hilfe wir uns einen spitzenmäßigen Überblick von unseren Laufoptionen beschaffen.

Eine Auswahl ist schnell getroffen, wir sind heute faul und beschließen einstimmig die kurze Variante von etwa 4km.

Der Weg führt den Strand der Landzunge entlang, bevor wir irgendwo die Dünen überqueren und auf der anderen Seite die Strecke wieder zurück laufen sollen. Auf dem flachen Sand wandert es sich bequem den scheinbar unendlich langem Abschnitt entlang, immer auf der Suche nach der ein oder anderen ausgefallenen Muschel.

Route 9

  • Wie weit?

    226km

  • Wohin?

    Lake Rotoiti

  • Wann?

    19.-20. Dezember 2015

Ein Schelm wer böses denkt, denn während wir gedankenverloren und in Diskussionen verstrickt herumlaufen, verpassen wir unbemerkt die Abzweigung unseres Weges und so staunen wir nicht schlecht, als wir plötzlich am Rande eines für die Öffentlichkeit gesperrten Vogelschutzgebiets stehen, denn so weit wollten wir dann eigentlich doch nicht. Nun gut, dann halt doch die große Runde laufen.

Wir fahren die Küste entlang während hier und da  die Seelöwen direkt unter unserem Kajak durch tauchen. Hin und wieder soll es vorkommen, dass Jungtiere neugierig aus dem Wasser direkt auf die Kajaks springen, aber wir sind scheinbar nicht wirklich interessant und so gehen wir leider leer aus.

Nature Fact: Der Seelöwen-Bulle hält sich hier (mit dutzenden Weibchen) nur für die Paarungszeit auf und zieht im Anschluss in fischreiche Gebiete weiter um sich fett zu fressen. Die Aufzucht vom Nachwuchs hingegen müssen die Weibchen übernehmen, bevor der Zyklus von neuem beginnt.

Nach reichlich Paddeln, einigen Ausflügen in die Buchten und noch mehr Erschöpfung in den Armen ist dann auch mal gut und wir machen uns auf den Rückweg. Nach einer kurzen Dusche brechen wir auf und fahren mit Kermit ins Landesinnere auf den Weg Richtung Westküste. Um nicht mehr so weit fahren zu müssen, entscheiden wir uns,

am Lake Rotoiti zu campieren und den Weg am nächsten Tag fortzusetzen. Am Abend mache ich unter Dauerangriff von Sandflies noch einige Fotos von dem im Abendrot liegendem See bevor ich mich wild fuchtelnd wieder in den Camper rette.

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