Teil 7 – Pollen, Gollum, Trolle

Um wach zu werden, machen wir uns gleich am Morgen auf den Weg, den Track zu den Pinnicles zu laufen. Der Weg ist ziemlich anstrengend und nicht sonderlich spannend, da er die meiste Zeit durch den Wald geht und man zu den Seiten hin so gut wie gar nichts sieht. Die meiste Zeit geht es Berg auf, zum Großteil mit Stufen. Schon nach kurzer Zeit bereuen wir, kein Wasser für den „kleinen Ausflug“ mitgenommen zu haben. Nach 45 Minuten und unzähligen Stufen kommen wir endlich oben an und werden mit einem tollen Blick auf die Felsformationen belohnt. Leider liegt das Motiv völlig im Gegenlicht und damit denkbar ungünstig um fotografiert zu werden. Ich mache ein paar dokumentarische Shots und hake das Thema schnell für mich ab.

Nach einer kurzen Erholungspause machen wir uns wieder auf den Rückweg und wählen eine alternative Route den Berg hinunter, welche sich als nichts anderes als ein großes Flussbett entpuppt, dem wir im Zickzack über groben Schotter und Geröll bergab folgen. Am Camper angekommen, schwingen wir uns hinter’s Lenkrad und düsen los Richtung Wellington, wo wir gegen Nachmittag die Fähre auf die Südinsel nehmen wollen.

Angekommen in Wellington verbringen wir noch etwas Zeit in den Weta-Filmstudios (die mitunter verantwortlich für die Herr der Ringe-Filme sind), wo wir uns in guter Touristenmanier mit Trollen und Gollum fotografieren lassen und einiges an Filmrequisiten bestaunen können.

Auf dem Weg zum Hafen machen wir noch einen kurzen Stop beim örtlichen Elektrodealer „Smith City“ (versucht das mal auszusprechen!), um ein Audiokabel zu holen mit dem wir unsere Handys an Kermit anschließen können. Wobei „Stop“ eigentlich übertrieben ist, denn ich habe Julia einfach abgesetzt und bin 5 Runden um den Block gefahren,  da der Laden im Stadtkern und ohne wirklich Parkplätze gelegen ist. Der restliche Tag ist hauptsächlich vom Warten geprägt… Warten auf die Fähre, warten dass wir reinfahren dürfen, warten aufs Ablegen, auf die Ankunft und warten raus zu kommen. Endlich auf der Südinsel angekommen fahren wir noch eine gute Stunde bis zu einem kleinem Campingplatz am Meer, wo wir ohne jeglichen Handyempfang auch bald schlafen gehen.

Route 7

  • Wie weit?

    394km

  • Wohin?

    Marahau, Abel Tasman NP

  • Wann?

    15.-16. Dezember 2015

Am nächsten Morgen geht es weiter über Serpentinen in die Stadt Nelson, wo wir im Supermarkt ausgiebig unsere Vorräte auffüllen. Immer wieder bin ich erstaunt über die Plastiktütenkultur, die in Neuseeland gelebt wird. In den meisten Supermärkten haben die Kassiererinnen ein drehbares Gestell mit 4 Seiten, an denen auffüllbereit Plastiktüten aufgespannt sind, in die dann thematisch sortiert die Einkäufe gefüllt und ausgegeben werden. Wenn man also nicht selbst die ein oder andere Tasche dabei hat oder im richtigen Moment die Verpackorgie unterbricht, geht man je nach Größe des Einkaufs mit 10-20 Plastiktüten aus dem Laden raus. Das ist zwar praktisch, passt aber nicht so richtig in die umweltfreundliche Mentalität, die in Neuseeland seit einigen Jahren gelebt wird.

Nach einiger Zeit kommen wir an unserem Tagesziel an, einem Campingplatz mit Lage am Meer, in der kleinen Stadt Marahau beim Abel Tasman Nationalpark. Mein Heuschnupfen, den ich inzwischen schon seit einigen Tagen mit herum schleppe, erreicht heute seinen traurigen Höhepunkt und so kommt es, dass ich mich den ganzen restlichen Tag mit denkbar schlechter Laune und eingedeckt mit Tempotaschentüchern im Camper verkrieche.

Erst als gegen Abend starke Regenschauer aufziehen beruhigt sich die Situation etwas, sodass ich mich dazu entschließe, uns draußen ein herausragendes Lammfilet zu grillen und somit dem Tag zumindest noch ein bisschen was Positives abzugewinnen.

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