Teil 14 – Roys Peak bis Mount Cook

Die Nacht ist leider ausgesprochen kurz und wir weit früher auf den Beinen als gewollt. Wir frühstücken und erkunden im Anschluss ein wenig die nähere Umgebung des Campingplatzes. Die feierwütige Jugend ist inzwischen zum größten Teil entflohen und es ist wieder etwas ruhiger geworden.

Heute wollen wir mit dem in der Gegend gelegenen „Roys Peak“ einen weiteren Gipfel besteigen, von dem aus man einen super Ausblick auf Lake Wanaka und die umliegenden Gebirge haben soll. Aufgrund der heutigen Hitze und dem Sonnenstand versuche ich unseren Start so lang wie möglich hinauszuzögern,

werde aber schließlich überstimmt und so wir machen uns pünktlich zur Mittagssonne auf den Weg zum Startpunkt des Wanderwegs. Als wir gegen 13 Uhr dort ankommen haben wir großes Glück, noch den letzten freien Parkplatz zu ergattern. Hier finden ungefähr 40 Autos platz, wobei schon viele andere irgendwo am Straßenrand stehen bleiben – wir werden heute also definitiv nicht alleine auf dem Berg sein. Der Routenbeschreibung nach soll man für den Auf- und Abstieg (und aus nichts anderem Besteht die Wanderung im Grunde) jeweils 3 Stunden einplanen, daher packen wir 4L Wasser und ein paar Snacks ein.

Route 14

  • Wie weit?

    235km

  • Wohin?

    Mount Cook Nationalpark

  • Wann?

    29.-30. Dezember 2015

Der Weg führt in Serpentinen und stetig steigend den Berg hinauf. Technisch nicht wirklich eine Herausforderung, konditionell hingegen in jedem Fall fordernd. Aber die Anstrengung lohnt sich, denn schon ab einer geringen Höhe bekommt man mit freiem Blick auf Laka Wanaka einen guten Eindruck von der Aussicht die man am Gipfel haben soll. Doch je höher man steigt, desto weiter kann man halt schauen und so geht es Schritt für Schritt weiter, vorbei an Schafherden und auf Weiden. Schon nach 2 Stunden erreichen wir den Bergkamm, wo die Belohnung in Form von klarer Sicht über die Täler, Seen und endlose Weite auf uns wartet. Hier verbringen wir eine Weile, genießen die Aussicht, stärken uns (wie üblich) mit Bananenbrot und machen jede Menge Fotos.

Zum einen sind wir einfach noch Müde, andererseits habe ich noch ein bisschen Hoffnung, dass es in der Zeit etwas aufklart. Aber das tut es nicht. Als ab 10 Uhr höher und höher frequentiert die vollgepackten Reisebusse neben uns stoppen und ihre Ladung über den Parkplatz ergießen, entscheiden wir uns dazu weiter zu fahren. Meine Stimmung ist dem Wetter entsprechend etwas getrübt, die Gegend hätte sicher mehr hergegeben.

Die nächste Zeit bleibt es aber zumindest trocken und so entschließen wir uns zu einem spontanen Umweg zu den Clay Cliffs, die einem schon aus der Ferne ins Auge springen. Nach einigen Kilometern Gravel Road und einer kleinen Self-Service Eintrittsgebühr kommen wir an den bizarren Lehmformationen an. Mit Stativ und Kamerazeug in der Hand klettere ich eine Weile rum, um interessante Perspektiven zu finden. Wege gibt es hier keine, die meisten interessanten Punkte sind nur über die mit losem Geröll bedeckten Hänge zu erreichen, was das ganze nicht weniger interessant, aber doch anstrengender macht.

Auf der Weiterfahrt machen wir einen kurzen Halt in der Stadt Twizel, da mir tatsächlich der Speicherplatz für die Kamera ausgeht. In einem „Fishing & Hunting“(!) Laden bekomme ich eine 32GB Karte für sagenhafte 50NZ$,

die ich in Deutschland für ein Viertel des Preises bekomme hätte. Aber das nützt mir jetzt natürlich wenig und ich bin eigentlich heilfroh, überhaupt noch eine bekommen zu haben.

Nach einiger Zeit erreichen wir den völlig mit Wolken verhangenen Mount Cook Nationalpark. Es ist auch jetzt noch so trübes Wetter, dass sogar der sagenhafte Lake Pukaki grau und langweilig aussieht. Wir suchen uns einen ruhigen Platz auf dem mitten in der Natur gelegenen Campingplatz und verbringen den restlichen Tag mit Kochen und Siedler spielen. Zwischendurch prasselt der Regen auf den Camper und die Sicht ist so schlecht, dass man nur erahnen kann, wo in etwa die Berge um uns herum sind. Hoffentlich wird das Wetter die nächsten Tage besser!

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