Teil 11 – Gletschergeplätscher

Nach dem Aufwachen fackeln wir nicht lange und machen uns direkt auf die Piste. Mit den Gletschern „Franz Josef“ und „Fox“ stehen die nächsten Tage mal wieder ein paar landschaftliche Highlights an. Während der Fahrt überschlagen und recherchieren wir die scheinbar endlosen Optionen und Möglichkeiten, die einem von den Organisationen vor Ort geboten werden, um die Gletscher zu erkunden. Eine Helikoptertour mit anschließender Wanderungen über den Gletscher klingt ganz spannend und so fällt die Entscheidung recht schnell. Noch einen gut klingenden Anbieter rausgepickt und zack… hat der leider keine Plätze mehr frei für die nächsten Tage.

Macht nichts, denken wir uns, schauen wir mal bei den anderen Anbietern und notfalls eben spontan vor Ort. Pustekuchen. Angekommen im gleichnamigen Ort Franz Josef müssen wir nicht nur feststellen, dass die Anbieter und Gegend völlig überlaufen sind, sondern auch, dass die Helikoptertouren für die nächsten 3 Wochen(!) völlig ausgebucht sind. Wow, und das ist einer Stadt, wo jedes zweite Gebäude irgendeine „Flight-Company“ ist. Ohne Tour scheint es nicht wirklich eine Möglichkeit zu geben, die Gletscher zu erkunden und so macht sich schon der fiese Gedanke breit, das wir das völlig vergessen können.

Route 11

  • Wie weit?

    440km

  • Wohin?

    Makarora, Otago

  • Wann?

    22.-23. Dezember 2015

Aber wir haben ja Glück! Der neunte Veranstalter den wir versuchen, bietet uns zwar keine Helikoptertour an, aber als Alternative dazu einen langen Rundflug über die Gletscher und die umliegenden Südalpen für den nächsten Tag. So müssen wir zwar die Wanderung streichen, haben aber zumindest noch die Möglichkeit, das Ganze auch von oben zu betrachten. Wir fahren weiter, um noch ein paar kleinere Wanderungen zu machen und ein erstes Bild vom Franz Josef Gletscher zu bekommen.

Der erste Aussichtspunkt „Peters Pool“ ist sehr fotogen an einem kleinen See mit Ausblick auf die Alpen gelegen – das einzige Problem: Man sieht den Gletscher nicht. Na gut, man sieht die obere Spitze… aber der Rest hat leider die letzten Jahre so stark abgenommen, dass sich der wesentlich größere Teil hinter einer Bergkante versteckt hält.

Wir haben beeindruckende Sicht auf diverse Gletscher, fliegen um Mount Cook und einige andere Gipfel der Südalpen und auch mit den Wetterbedingungen haben wir (entgegen den Vorhersagen) echt Glück. Auch wenn ich als Fotograf lieber 1-2 Stunden früher geflogen wäre und mich doch das ein oder andere mal über die Spiegelungen in den Fenstern geärgert habe, war ich im ganzen doch sehr zufrieden. Etwa eine Stunde später sind wir zurück auf dem Boden und nach etwas Smalltalk und dem ein oder anderen Foto „Passagiere mit Flugzeug“ ist das Spektakel dann auch vorbei.

Mit Kermit fahren ein paar Kilometer südlich, um zum naheliegenden Fox Gletscher zu kommen und machen noch einige kürzere Wanderungen während denen man an einigen Stellen die deutlich bessere Sicht hat, als es beim Franz Josef der Fall war. Da das Wetter in der Region die nächsten Tage nicht sonderlich vielversprechend werden soll,

entscheiden wir uns noch am Abend weiter Richtung Süden der Küste zu folgen. Leider entpuppt sich die Stadt Haast, in der wir für die Nacht eigentlich halten wollen, als ziemlich öde und so fahren wir noch 3 weitere Stunden bis wir in einer Berg- und Wiesenlandschaft einen schönen Platz für die Nacht finden.

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