Teil 4 – in Teufels Küche

Der Vorabend im Regenwald reicht uns erstmal an Glowworm-Erfahrung und so entscheiden wir uns gegen einen Besuch der Waitomo Caves. Nach einem entspannten Frühstück wollen wir stattdessen aufbrechen, um zu den geothermalen Gebieten im Zentrum der Nordinsel zu fahren, nicht aber ohne vorher noch etwas für uns Neues zu erleben: Das Ausleeren des „grey water tank“ oder auch einfach „Schmutzwasser entsorgen“. Das heißt Zahnputzwasser, Spülwasser, die ein oder anderen „verdünnten Essensreste“ und so weiter.

Um die Entleerung zu starten, steckt man einen dicken Schlauch an den Ablass unseres Campers und hält die andere Öffnung in eine offizielle „Dumping Station“, im Regelfall ein Loch im Boden mit Auffangbehälter darunter. Jetzt öffnet man nur noch den Hahn und ab geht die stinkende Brühe seinen Weg, wobei man gut beraten ist, wenn man dabei zielsicher den Schlauch hält.

Route 4

  • Wie weit?

    228km

  • Wohin?

    über Wai-O-Tapu nach Lake Taupo

  • Wann?

    10. Dezember 2015

Dann geht es los auf den State Highway 3 Richtung Wai-O-Tapu, ein Gebiet mit vielen heißen Quellen, kochenden Schlammlöchern und kollabierten Kratern. Zwei Stunden dauert die Fahrt, die uns zunächst noch weiter durch Hobbiton-ähnliche Landschaft mit vielen kleinen Hügeln führt. An einem Parkplatz bei Wai-o-Tapu angekommen, herrscht sommerliche Stimmung. Die Sonne brennt. Kurze Hosen und T-Shirt sind angesagt als wir uns reichlich mit unserer Kleinkind-ohne-Allergene-Schutzfaktor-50-Sonnencreme einschmieren.

Bevor wir den geothermalen Park erkunden, setzen wir uns noch eine Portion Nudeln mit „Italienische Kräuter“ Tomatensoße auf. Für das kulinarische Extra sorgen ein paar Stücke Gouda, die hervorragend mit den heißen Nudeln in unseren Tellern zerschmelzen. Dazu ein kaltes, neuseeländisches Bier und schon ist man am Campingtisch vorzüglich versorgt.

Im Anschluss geht’s in den Park. Bei brütender Nachmittagshitze erlaufen wir mit reichlich Wasser im Gepäck die „Devil’s Home“, „Devil‘s Kitchen“ und diverse andere einladend klingende Attraktionen. Von grünen Seen, grauen, brodelnden Matschlöchern bis zu gelb orangenen, mit heißem Wasser gefüllten Seen ist für jeden Farb- und Geruchsgeschmack etwas dabei… wobei bei letzterem im Regelfall der Schwefel-faule-Eiergeruch überhand nimmt ;) (aber das gehört ja dazu). Wohl dem, der einen Tigerbalsam für die Nase im Campervan mit rumfährt, um ihn im entscheidenden Moment im Kühlschrank liegen zu lassen.

Die großen Highlights von Wai-O-Tapu sind sicherlich der Champaign Pool mit seiner markanten orangenen „Kruste“, der seinen Namen durch die im Wasser konstant aufsteigenden Bläschen hat, sowie der Artist’s Palette, mit seinen verschiedenen Gelb- und Orangetönen.

Nach gut zwei Stunden machen wir uns zurück zum Camper und weiter auf den Weg Richtung Süden. Für die Nacht wollen wir noch bis zum Lake Taupo fahren, ein großer Kratersee in der Mitte der Nordinsel. Dort angekommen finden wir einen wunderbaren Stellplatz für Self-Contained Fahrzeuge direkt am Wasser.

Es herrscht ziemlicher Wind und auch Wellengang, man bekommt den Eindruck am Meer zu stehen, denn man sieht kein Ende vom See. Nach einem kurzen Spaziergang am Strand wird es uns zu stürmisch und wir machen es uns in Kermit gemütlich. Noch schnell ein paar Fotos von der untergehenden Sonne gemacht und wir gehen schlafen.

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